19.01.1919 – 19.01.2019 – 100 Jahre Frauenwahlrecht

Politische Bildung als fortwährende zentrale Aufgabe

Am 19. Januar 1919 fand nach dem Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs und dem Ende eines verheerenden Krieges mit Millionen Opfern, die Wahl zur ersten verfassunggebenden Nationalversammlung statt. Erstmals durften Frauen in Deutschland wählen. 40 Jahre nachdem sich der Sozialdemokrat August Bebel in seinen Schriften „Die Frau und der Sozialismus“ sehr klar für die Einbeziehung von Frauen und deren politische Bildung ausgesprochen hatte. Er hatte eine weit über die Grenzen Deutschlands hinausreichende Debatte um die Gleichberechtigung der Frauen ausgelöst und gab damit der sich entwickelnden Frauenrechtsbewegung Rückenwind. Mutige Sozialdemokratinnen wie Maria Juchacz, Clara Zetkin und Luise Zietz und Frauen wie  Marie-Elisabeth Lüders (FDP), Helene Weber (CDU) waren in der Frauenrechtsbewegung aktiv und sorgten dafür, dass der Rat der Volksversammlung die Durchführung der ersten demokratischen - freien und gleichen - Wahl unter Beteiligung von Frauen beschloss. Damit erhielt der weibliche Teil der Bevölkerung zum ersten Mal eine politisch legitimierte Bedeutung.

Beate Funck, Cornelia Gasche, Ute Schwarzenberger und Claudia Borowski erinnern - stellvertretend für die Hanauer SPD - 100 Jahre später an dieses historische Ereignis. „Demokratie und demokratische Wahlen sind leider auch heute noch keine Selbstverständlichkeit auf der Welt. Der unermüdliche Einsatz für Demokratie, Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit ist eine anstrengende Daueraufgabe. Das haben Frauen in der Geschichte und gerade in den zurückliegenden 150 Jahren immer wieder schmerzlich erlebt. Uns ist es deshalb politisch sehr  wichtig, an diesen außerordentlich bedeutsamen Tag zu erinnern. Unser Grundgesetz von 1948 ist eine Errungenschaft und das Erbe einer Generation von Männern und Frauen, die die Lehren aus zwei Weltkriegen und Vernichtung gezogen hat. Politische Bildung ist unverzichtbar und unsere größte, fortwährende Aufgabe. Demokratie und Menschenrechte sind untrennbar miteinander verbunden. Politische Bildung ist der einzige Schutz gegen - auch in Europa - erstarkende  rückwärtsgewandte, rechtspopulistische bis reaktionäre politische Tendenzen.  Sie sind der Boden auf dem Intoleranz, Spaltung und Ausgrenzung gedeihen. „Wir wollen diesen 19. Januar 2019 zum Anlass nehmen, um positiv auf die Errungenschaften zu blicken und alle Hanauerinnen und Hanauer dazu motivieren, mit Respekt und Stolz dieses Erbe weiter zu gestalten. Das Eintreten für die  Umsetzung von Demokratie und Gleichberechtigung, die es ohne die Wahrung unserer Grundwerte und die erklärten Menschenrechte nicht geben kann, sichert das friedliche gesellschaftliche Zusammenleben von uns allen. Diese Werte sind die Basis unseres Zusammenlebens, nicht nur in der Politik sondern überall, ob in der Familie oder im Verein. Das zu leben und umzusetzen ist kein Automatismus, sondern eine tägliche Herausforderung und Aufgabe für uns alle,“ so Beate Funck, Cornelia Gasche, Ute Schwarzenberger und Claudia Borowski.

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