„Digitales Lernen und Bildungsgerechtigkeit“ SPD-Hanau fordert Lernmittelfreiheit ein

Die SPD Hanau drängt darauf, dass das Hessische Kultusministerium aus den wochenlangen Erfahrungen des „Home-Schoolings“ bedingt durch die Corona-Pandemie schnell die richtigen Lehren für eine digitale Lernmittelfreiheit zieht.

Während sich das Kultusministerium im Rahmen des Digitalpaktes Schule für vermeintlich hohe Fördergelder lobt, wurde schnell erkennbar, dass die sicherlich sehr hilfreichen Gelder zunächst nur für die grundlegende Digitalinfrastruktur in den Schulen reichen werden.

Eine große Errungenschaft in unserem Land und Teil der Bildungsgerechtigkeit ist der Grundsatz der Lernmittelfreiheit, wie er in der Hessischen Verfassung und im Hessischen Schulgesetz verankert ist, unterstreicht die bildungspolitische Sprecherin der Hanauer SPD-Fraktion, Caroline Geier-Roth. Im herkömmlichen System bezog sich dies auf die kostenlose Bereitstellung von Schulbüchern. Im digitalen Zeitalter muss dies aber unbedingt auf digitale Medien und Endgeräte ausgeweitet werden, so die Meinung der SPD Hanau.

„Der vom Land viel beschworene Slogan „Bring your own device“ – die Nutzung schülereigener Geräte - sei von vorherein der falsche Weg, da in den Elternhäusern sehr unterschiedliche Geräte vorhanden sind, betont Geier-Roth.

„Gerade jetzt tritt offen zu Tage, was uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten schon lange beschäftigt. „Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien haben meist nicht die erforderliche Computerausstattung, die nötigen Räumlichkeiten und Ruhe, um den Schulalltag zu Hause erfolgreich und zielführend durchstehen zu können“, erläutert die Sozialdemokratin.

„Umfragen an Schulen und andere Untersuchungen zeigen, dass selbst an Gymnasien nicht alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I (5-10 Klasse) über ein eigenes Smartphone verfügen. Etwa ebenso viele haben Zuhause keine Möglichkeiten zu drucken. Rund ein Viertel der Schülerinnen und Schüler hat derzeit keine eigene E-Mail-Adresse. Mehr als die Hälfte ist auf die Nutzung von Computern und Tablets der Eltern oder Geschwister angewiesen. Das ist gerade jetzt, in Zeiten von Heimarbeit und Fernunterricht eine für viele Familien untragbare Situation. In anderen Schulformen, die oft auch noch durch einen höheren Anteil einkommensschwacher Familien geprägt sind, ist die Situation nicht besser.

Im Digitalpakt Schule ist bisher für die schulgebundenen Endgeräte je Schüler/-in ein Budget von 100.- Euro kalkuliert. „Das reicht bei Weitem nicht für eine qualifizierte Ausstattung an den Schulen und schon gar nicht der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Hier ist eindeutig das Land in der Bringschuld den Auftrag der Hessischen Verfassung auch im digitalen Zeitalter mit Leben zu füllen“, fasst die SPD Hanau zusammen. „Digitale Ausstattung der Schulen, gemeinsame Standards, digitale Grundkompetenzen von Lehrer*innen wie Schüler*innen und eine digitale Ausstattung der Familien müssen ineinandergreifen und parallel weiterentwickelt werden, sonst bleibt der Digitalpakt Schule unvollendetes Stückwerk,“ unterstützt der Hanauer Schuldezernent Axel Weiss-Thiel die Forderungen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist das aktuelle Sofortausstattungsprogramm der Bundesregierung aus dem bedürftige Schülerinnen und Schüler ergänzend einen einmaligen Zuschuss von 150 Euro für die Anschaffung entsprechender Computer bekommen sollen. Die Bundesregierung hat das Problem wenigstens wahrgenommen, während die eigentlich zuständige schwarz-grüne Landesregierung dazu schweige. Die aktuelle Situation zeige eindrucksvoll, wie viele Lücken ein zukunftsfähiges digitales Lernen an Hessischen Schulen noch hat. Umso mehr biete sich aber jetzt die Möglichkeit, den Blick auf alle erforderlichen Elemente zu legen. Die Hessische Landesregierung müsse sich dem jetzt zwingend und zügig stellen, fordert die Hanauer SPD.

Hanau, den 25.04.2020

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