Gedenken zur 82. Reichspogromnacht 1938 in Hanau

SPD Hanau ruft zu Zusammenhalt und Achtsamkeit auf

Für die Hanauer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten hat das diesjährige Gedenken an die Reichspogromnacht, die in Hanau am 10. November 1938 stattfand, eine besondere Bedeutung. Die Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 brachte Unglück, Erniedrigung, Zerstörung und Tod über die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger – auch in Hanau. Es war der Beginn eines gezielten staatlichen Vernichtungszuges, der sich am Ende nicht nur gegen Jüdinnen und Juden, sondern gegen alle Religionen und Menschen richtete, die nicht dem ideologischen, zutiefst menschenverachtenden Bild der Nationalsozialisten entsprachen.

„Für uns Hanauerinnen und Hanauer ist die Verantwortung, diesem Ereignis zu gedenken und die Geschehnisse vor mittlerweile 82 Jahren immer wieder in das Bewusstsein der Menschen zu bringen, nach dem 19. Februar 2020 nochmals gewachsen. Die Pogromnächte im November 1938 und die Zerstörung Hanaus am 19. März 1945 haben ihren Ursprung in der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1933. Durch einen parlamentarischen „Sieg“ wurden Spaltung, Hass, Erniedrigung und Überhöhung zu einem gezielten Instrument der Mehrheitspolitik, die am Ende in einem vernichtenden Weltkrieg mündete, der unfassbares Leid über die Welt brachte. Die SPD Hanau ruft alle Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, am morgigen Abend dem 10. November einen Moment inne zu halten und den Pogromen zu gedenken. Ereignisse wie am 19. Februar diesen Jahres in Hanau, dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Oktober 2019, die Ermordung von Samuel Paty in unserer Partnerstadt Conflans–Sainte-Honorine im Oktober, aber auch der Anschlag in Wien am 2. November haben letztlich ihren gemeinsamen Ursprung im politischem wie  religiösen Fanatismus, in Menschenverachtung und der tiefen Ablehnung einer demokratischen, weltoffenen, toleranten, freien und rechtstaatlichen Gesellschaftsordnung.

Es kann, so Stadtverbandsvorsitzender Thomas Straub und Fraktionsvorsitzender Maximilian Bieri, deshalb nur eine Antwort geben: Entschlossene Absage an diese Ideologien und Widerstand gegen die, die Hass und Spaltung predigen, aber vor allem auch Aufklärung und Bildung. „Wir müssen es gemeinsam schaffen, dass wir immer wieder reflektieren, dass Unsicherheit und Angst im Umgang miteinander, dass Sprachlosigkeit und Ausgrenzung zu Fremdheit und Ablehnung führen – was wiederum den Boden für diejenigen bereitet, die unsere freie Gesellschaft letztlich verletzen und zerstören wollen.“ Deshalb gelte mit dem Blick auf gestern, die Verantwortung für heute. Keine Macht dem Hass, der Spaltung und dem Terror.  Achtsamkeit denjenigen gegenüber, die demokratische Instrumente missbrauchen, um genau diese zu unterwandern und auszuhöhlen. „Demokratie hat keine Zukunft, wenn die Gesellschaft nur zuschaut, Demokratie hat aber auch keine Zukunft, wenn die Feinde der Demokratie den Slogan „Wir sind das Volk“ zu missbrauchen versuchen. Das dürfen wir als Demokratinnen und Demokraten nicht zulassen. In dieser Verantwortung sehen wir uns als Hanauer Sozialdemokratie,“ so Straub und Bieri aus Anlass des Gedenkens an diesem 10. November 2020.

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