Ilse Werder „Grande Dame“ der Kultur- und Frauenpolitik feiert 90. Geburtstag

Nicht nur die Stadt Hanau, auch der Main-Kinzig-Kreis sind ihr zu großem Dank verpflichtet. Dies wurde auch mehrfach anerkannt und gewürdigt: Ilse Werder ist u. a. Trägerin des Bundesverdienstkreuzes „Erster Klasse“ , Kulturpreisträgerin des Main-Kinzig-Kreises, Trägerin der Bürgerplakette der Stadt Hanau und der August-Gaul-Plakette der Stadt Hanau, der höchsten kulturellen Auszeichnung der Stadt Hanau. „Wer die bescheidene Frau nicht kennt, wird dies kaum vermuten. Wer sie aber erlebt hat, weiß durch was sie sich dies erworben hat: Durch eine klare politische Orientierung, unerschütterliche Grundüberzeugungen, Hartnäckigkeit, Fleiß und unermüdliche Arbeit.“ Dass ist die Bewertung vierer Sozialdemokratinnen, die Ilse Werder in ihrer Arbeit viele Jahre erlebt und begleitet haben. Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, die langjährige frauenpolitische Sprecherin der SPD Hanau, Ute Pfaff-Hamann, Magistratsmitglied Waldtraut Hoppe und Fraktionschefin Cornelia Gasche gratulieren mit diesen Worten Ilse Werder herzlich zum 90. Geburtstag, den die bis heute streitbare Frau am heutigen Donnerstag feiert.

Ilse Werder, 1925 in Kassel geboren, der als Tochter einer Arbeiterfamilie die gewünschten Bildungsabschlüsse verwehrt blieben, musst sich von Anbeginn an ihre Bildung und ihr Wissen selbst aneignen. Tief geprägt durch die Zeit des 2. Weltkrieges und die Zerstörung ihrer Heimatstadt Kassel, wurde Ilse Werder nach Kriegsende durch einen unerschütterlichen Aufbautrieb motiviert. Es war die Zeit ihrer persönlichen Entwicklung: Neue Wege nach Ende des Zusammenbruchs des Nationalsozialismus. Kunst und Kultur im Zeichen der Befreiung und der neuen Freiheit. Ab 1947 arbeitete sie für die Hessischen Nachrichten in Kassel. Zunächst als Sekretärin. Nach und nach veröffentlichte sie eigene Artikel, die nicht selten zum Diskurs führten. 1951 trat Ilse Werder in die SPD ein und bereits 1954 kandidierte sie an der Seite von Elisabeth Selbert, einer der Mütter des Grundgesetzes, zur Landtagswahl.

1958 zieht sie mit ihrem Mann nach Frankfurt und kommt über diesen Weg durch familiäre Schicksalsschläge nach Hanau. Die zu dieser Zeit alleinerziehende Frau mit 4 Kindern baut sich hier ein neues Leben auf, übt verschiedene Berufe aus, um die Familie zu ernähren und begründet 1967 die Lokalredaktion der Frankfurter Rundschau.

Cornelia Gasche, Ute Pfaff-Hamann, Waldtraut Hoppe und Beate Funck danken Ilse Werder für ihr unglaubliches Wirken. „Sie hat sich in der Frauen-, Kultur- und Friedenspolitik unermüdlich engagiert.“ Aus Kassel stammend hat sich Ilse Werder von Anfang an um das Erbe der Brüder-Grimm in Hanau bemüht und dafür gesorgt, das erstmals auch der Malerbruder Emil Grimm der Öffentlichkeit bekannt wurde. Als Sozialdemokratin hat sie 1987 – nach der Verantwortungsübernahme der SPD im Kreis – wesentlich an der Neudefinition der Kulturpolitik mit gearbeitet. Das Archiv Frauenleben im Main-Kinzig-Kreis wurde konzeptionell entwickelt und ging 1990 an den Start. Doch nicht nur das: Vor allem die beiden Organisationen Frauen helfen Frauen und Pro Familia in Hanau, deren Gründungsmitglied Ilse Werder ist, konnten 1987 die Unterstützung durch den Main-Kinzig-Kreis und damit erstmals eine finanzielle Sicherung erfahren.

Gasche, Funck, Hoppe und Pfaff-Hamann bekunden Ilse Werder auch für die Hanauer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokratin den höchsten Respekt für ihr Lebenswerk und ihr bis heute unerschöpfliches Engagement und ihre Unterstützung. „Wir haben in Ilse Werder eine erfahrene Streiterin, eine Wegbegleiterin und Ratgeberin. Wir freuen uns von Herzen, dass Ilse Werder trotz einiger altersbedingter Rückschläge, weiterhin gesundheitlich stabil aber vor allem geistig agil ist.“

Die „Grand Dame“, wie Funck, Gasche, Hoppe und Pfaff-Hamann sie ehrenvoll titulieren, arbeitet aktuell an der Chronik des Archivs Frauenleben, zu dessen 25. Geburtstag im November diesen Jahres. „Solange Ilse für sich ein neues Projekt findet, wird sie weiter wirken und arbeiten,“ unterstreichen sie schmunzelnd. „Wir gratulieren von Herzen und freuen uns auf weitere spannende und lehrreiche Jahre der Zusammenarbeit und der freundschaftlichen Begegnung,“ so die vier sozialdemokratischen Mitstreiterinnen im Namen der Frauen und Männer der SPD Hanau.“ Diesen herzlichen Glückwünschen hat sich auch Susanne Selbert angeschlossen, eine Enkelin von Elisabeth Selbert – Sozialdezernentin im Landkreis Kassel. Sie hat der Jubilarin sehr persönliche Dankes- und Glückwünsche übermittelt.

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