Öffentliche Nutzung des Kanzleigebäudes hat Priorität

Fokussierung der CDU auf Hotel im Kanzleigebäude nicht zielführend.

Die Hanauer Sozialdemokraten halten die Position der Hanauer CDU zur künftigen Nutzung des Kanzleigebäudes am Schlossplatz für falsch. Margret Härtel, Wahlkampfmanagerin der CDU-Hanau, hatte sich in einem Interview gegenüber dem Hanauer Anzeiger ausdrücklich für den Verkauf der ehemaligen Bibliothek am Schlossplatz zur Hotelnutzung ausgesprochen.
Wolfgang Walther, SPD-Ortsvorsteher Innenstadt, kann diese ausdrückliche Festlegung der CDU nicht unterstützen. Im Verlauf der Diskussionen der letzten Jahre und Monate des Stadtentwicklungsprozesses habe sich klar ergeben, dass Großteile der Bevölkerung eine weitere öffentliche Nutzung des historischen Kanzleigebäudes befürworten. „Die Bedenken der Menschen bestehen darin, dass das historische Gebäude völlig dem öffentlichen Zugang entzogen werden könnte,“ erklärt Walther. „In der Tat“, so der Vorsitzende des Struktur und Umweltausschusses Thomas Straub, „müssen wir bei den Planungen berücksichtigen, dass wir eine weitere Belebung der Altstadt erreichen wollen. Der Schlossplatz ist neben dem Altstädter Markt, Teil der Platz-Trilogie in der Innenstadt. Lamboyfest, Kultursommer, Herbstmarkt und andere Veranstaltungen sind ein Magnet für Besucherinnen und Besucher Hanaus. Dazu gehört das Ensemble Kanzleigebäude und Fronhof. Was wäre der der Kultursommer ohne Schlossplatz und Fronhof?“
Aus diesem Grund, so Fraktionsvorsitzende Cornelia Gasche, habe man sich in der Beratung im Magistrat und den Fachausschüssen auch gegen ein erstes Hotelangebot entschieden.
Es wurde der Gesamtanlage und ihrer Bedeutung nicht gerecht. „Im Hotelgewerbe ist der Markt eng umkämpft und die wirtschaftlichen Margen sind eng. Unsere Stadt und vor allem die Altstadt gewinnen nicht dadurch, dass ein Hotelanbieter Bettenangebote eröffnet und hierzu den Fronhof bebaut, um die Investitionen in das historische Kanzleigebäude irgendwie wirtschaftlich darstellbar zu machen“, so Gasche. Die Wünsche der CDU klafften hier weit von den wirtschaftlichen Realitäten im Hotelgewerbe auseinander.
Die SPD habe sich daher entschieden, sich nicht auf eine Hotelnutzung zu versteifen, sondern die Lebensqualität in der Altstadt und die öffentliche Nutzung klar zu priorisieren. „Deshalb“, so Fraktionsvorsitzende Cornelia Gasche, „prüfen wir auch mit Nachdruck die Nutzung des Kanzleigebäudes für die städtische Volkshochschule. Das würde die Altstadt beleben, es wäre Teil und Chance für den Ausbau der kulturellen Nutzung und es würde weiterhin die Veranstaltungen in der Altstadt, dem Schlossplatz und dem Fronhof ermöglichen und fördern. Hotelbetten sind auch an anderen Stellen denkbar und eine attraktive Gastronomie braucht nicht nur ein attraktives Gebäude sondern auch eine lebhafte Frequenz, die mehr anspricht als Übernachtungsgäste, wie Holles Biergarten im Schlossgarten beweist, so Walther, Straub und Gasche abschließend.

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