Pressemitteilung zum Thema Ganztagsschulen

Die SPD-Fraktion Hanau fordert eine kritische Reflektion und Überarbeitung des Landesprogramms „Pakt für den Nachmittag“. Die Landesregierung darf nicht länger die Augen davor verschließen, dass die Umsetzung so sehr hakt und es kaum gelingt, Schulen für den „Pakt für den Nachmittag“ zu gewinnen.

In einer Diskussionsveranstaltung der CDU Main-Kinzig mit Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte dieser in der letzten Woche In Hanau für das Landesprogramm geworben. Während der Podiumsdiskussion wurde aber der Eindruck erweckt, als wolle sich die ausgerechnet die Stadt Hanau als Schulträger daran nicht beteiligen.

„Das ist eine absolut falsche Darstellung der Situation vor Ort“, kritisiert Caroline Geier-Roth, die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Stadtparlament. „Schuldezernent Axel Weiss-Thiel hat sehr schnell nach dem Start des Landesprogrammes die Hanauer Schulen offensiv angesprochen und angefragt, ob diese daran teilnehmen wollten“, ergänzt sie weiter.

In intensiven Gesprächen haben Schulträger, Staatliches Schulamt und Vertreter des Kultusministeriums in den letzten Jahren gemeinsamen bei den Schulleitungen für die Teilnahme am Landesprogramm geworben. Die Stadt Hanau habe sogar eine zusätzliche städtische Förderung des Ganztagsbetriebes auf Hortniveau angeboten. Trotzdem hätten sich bisher alle Lehrergremien dagegen entschieden. „Wie dem Kultusminister bekannt sein dürfte, sind positive Beschlüsse aller schulischen Gremien bisher unabdingbare Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Programm“. Dass die Ablehnung an den Schulen so hoch ist, müsse dem Kultusminister zu denken geben.

„In Wirklichkeit ist das Landesprogramm „Pakt für den Nachmittag“ bisher nicht viel mehr als ein schöner Slogan, vor allem da er von großen Teilen des eigenen Landespersonals, den Lehrerinnen und Lehrern, als nicht weitgehend genug betrachtet und abgelehnt wird“, konstatiert die Fraktionsvorsitzende der SPD, Cornelia Gasche.

„Was Familien und Eltern für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf brauchen sind echte Ganztagsschulen, die diesen Namen auch verdienen und keine gestückelten Teilkonzepte, die selbst von den Lehrerinnen und Lehrern als nicht praktikabel und bürokratisch beurteilt werden“, resümiert Geier-Roth. Auch landesweit scheine der Pakt für den Nachmittag nicht das überzeugende Modell für die Schulen zu sein, wenn trotz der Werbetrommel des Landes, gerade mal 15% der hessischen Grundschulen an dem Programm teilnehmen. Viele davon hatten auch vorher schon Ganztagsangebote.

Hanau ist Vorreiter, wenn es um die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, qualifizierter Kinderbetreuung und vor allem auch eine Gebührenbefreiung geht. Seit mehr als 10 Jahren gibt es in Hanau eine Gebührenfreistellung des Halbtagsplatzes in der Kita, 3 Jahre vor der Einschulung. „Eine Tatsache, die noch in der Kommunalwahl 2016 von Landesseite abgelehnt wurde und nun vom Hessischen Ministerpräsidenten interessanter Weise als sein Programm vertreten wird.“ „Doch das wollen wir gar nicht kritisieren,“ betonen Gasche und Geier-Roth. „Wir sind gerne Partner für all diejenigen, die ernsthaft Programm für eine Ganztagsbetreuung nach der Kita auf den Weg bringen.“ Der Kultusminister müsse endlich in einen kritischen Dialog mit den Lehrerverbänden und den Schulen eintreten, um das Landeskonzept zu überarbeiten und Hürden abzubauen. Die Umsetzung hänge zuallerletzt an den Schulträgern vor Ort. „Wir tragen gerne die in unserer Zuständigkeit liegenden Maßnahmen bei, z. B. wenn es um den Bau von Mensen an den Schulen gehe. „Junge Eltern brauchen eine zuverlässige Betreuung für ihre Kinder und das nicht nur in theoretischen Programmen, sondern endlich umgesetzt an der Schule ihres Kindes“, so Geier-Roth abschließend.

Hanau, den 24.09.2017

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