Schule in Hanau – Bildung von Anfang an

„Die Hanauer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten halten trotz Schutzschirmbedingungen an der Gebührenfreiheit für den Kita-Halbtagsplatz in den letzten drei Jahren vor Schuleintritt fest. Bildung ist wesentlich für die Zukunft unserer Gesellschaft und sie ist entscheidend für die Chancen eines und einer jeden Einzelnen, als Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Bildung beginnt nicht erst mit dem Eintritt in die Grundschule“, stellt die bildungspolitische Sprecherin der SPD Hanau, Caroline Geier-Roth, klar. Bereits in den Kindertagesstätten werde in Hanau viel für die frühkindliche Bildung getan und die Basis für einen guten Start in die Schulwelt gelegt. „Wir wollen weiterhin gewährleisten, dass der Zugang zu Bildung von Anfang an allen Kindern offensteht und wir wollen den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern“. Die Hanauer SPD unterstütze daher die Forderung ihrer Landespartei nach schrittweiser Gebührenfreistellung aller Kita-Plätze in Hessen. „Dieser Schritt ist überfällig“, betont Geier-Roth.

Hanau setze auf ein breites Angebot im Bildungsbereich, das von den Kindertagesstätten über die 17 Grundschulen, die weiterführenden Schulen, bis hin zu den berufsbildenden Schulen, der Brüder Grimm Berufsakademie und die VHS reicht. Jeder dieser Bausteine in der Bildungskette leiste einen unverzichtbaren Beitrag, denn Bildung höre im Erwachsenenalter nicht auf.

Die Bedeutung des Themas spiegelt auch der aktuelle städtische Haushalt wieder. 33 Mio. € jährlich fließen in Bildung. In den nächsten 5 Jahren sind Investitionen in Höhe von rund 70 Mio. € in Schulen und Kindertagesstätten vorgesehen.

„Wir wollen in der Hanauer Bildungslandschaft weiterhin ein breites Angebot vorhalten, um echte Wahlfreiheit für den eigenen Bildungsweg zu ermöglichen“, unterstreicht Schuldezernent Axel Weiss-Thiel und weist darauf hin, dass in Hanau inzwischen 12 der 17 Grundschulen ein Ganztagsangebot haben. Damit sei dies deutlich wirksamer als der von der Landesregierung initiierte „Pakt für den Nachmittag“. „Gerade einmal 67 von 1.200 Hessischen Grundschulen, das sind 5,6%, beteiligen sich an der von der Landesregierung als Erfolg gefeierten Maßnahme“, stellt Oberbürgermeister Claus Kaminsky kritisch fest. Das könne man doch nicht als Erfolg verkaufen. 5,6% und die Rückmeldung aller Hanauer Grundschulen, deren Zustimmung zwingend ist, hat ergeben, dass sich keine am Pakt für den Nachmittag beteiligen will, da dieser in seiner Ausgestaltung als unzureichend empfunden wird. „Wer diese Botschaften erhält, muss eigentlich dringend darüber nachdenken, wie der Ansatz optimiert werden kann“, betont Kaminsky.

Ohnehin sei Hanau als Schulträger in einer „Sandwichrolle“ zwischen den Ansprüchen der Eltern und Schüler und den Zuständigkeiten des Landes, das über die Ausgestaltung des schulischen Angebotes und die Lehrerzuweisung entscheidet. „Das ist nicht immer einfach, z. B. wenn die Stelle einer Schulleitung über längere Zeit unbesetzt bleibt oder eine Schulentwicklungsmaßnahme zu genehmigen ist“, so die SPD Fraktionsvorsitzende Cornelia Gasche. Es entstehe dann eine unbefriedigende Situation für alle Beteiligten, auf die die Stadt als Schulträger aber keinen Einfluss habe.

Die noch immer ausstehende Genehmigung des Hessischen Kultusministeriums für den Hanauer Schulentwicklungsplan weiterführende Schulen sei so ein Beispiel, unterstreicht Oberbürgermeister Kaminsky. „Das führt dazu, dass Unruhe in die Hanauer Schulgemeinde getragen wird und sowohl Eltern, Schüler, Lehrer als auch die Stadt über die Umsetzung der darin vorgesehenen Maßnahmen im Unklaren gelassen werden“. Insbesondere gelte das für das vorgesehene Auslaufen der Sekundarstufe I an der Tümpelgartenschule. Verwunderlich sei hier, dass es bisher keinerlei sachliche Nachfragen aus dem Kultusministerium gibt, aus der sich die Verzögerung der Genehmigung erklären ließe, unterstreicht Kaminsky. „Diese unsägliche Hängepartie ist weder im Interesse der Schule noch des Schulträgers noch im Interesse der Schulgemeinde. Hier sind sich die Schulgemeinde und die Stadt trotz unterschiedlicher Positionen einig“, betont Kaminsky.

Stadtrat Axel Weiss-Thiel liefert aktuelle Zahlen der Schülerentwicklung zu: „Die Schülerzahlen haben sich sowohl im Grundschulbereich, als auch im Bereich der weiterführenden Schulen wie prognostiziert entwickelt. Ein Einwohnerzuwachs von rund 1.000 Einwohnern jährlich führt gerademal dazu, dass die Schülerzahlen stabil bleiben, die ansonsten sinken würden“, stellt Weiss-Thiel klar. Den Behauptungen, dass aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation ein spürbarer Anstieg der Schülerzahlen zu prognostizieren sei, widerspricht Weiss-Thiel. „Die Schulpflicht entsteht erst mit der dauerhaften Zuweisung der Flüchtlinge aus den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes“. Aktuell seien in Hanau rund 900 Flüchtlinge untergebracht. Darunter 54 Kinder im Grundschulalter und 62 Kinder in der Altersgruppe 11-16. Die Stadt achte darauf, Flüchtlingsfamilien mit Kindern im Vor- und Grundschulalter möglichst rasch dezentral im Stadtgebiet unterzubringen. Das heißt, dass die zu Sportsfield-Housing nächstliegenden Grundschulen nur anteilig in Anspruch genommen werden. Trotz der Beschulung jugendlicher Flüchtlinge, sei die Schülerzahl der weiterführenden Schulen erneut gesunken. Weiss-Thiel erklärt hierzu: Stärkere Jahrgänge gehen ab und die zunehmend schwächeren Jahrgänge kommen nach, hieraus entsteht kein Zuwachs.

Für die Hanauer SPD sind weitere Investitionen in Bildung eine unverzichtbare Notwendigkeit, „denn es sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft. Deutschland ist ein Land mit geringen Bodenschätzen. Deshalb ist die wichtigste Ressource unseres Landes qualifizierte Menschen, eine gute Bildung für Alle“, hebt der Hanauer SPD-Vorsitzende Thomas Straub hervor. Hanau sei mit seinem vielfältigen Schulangebot ein wichtiger Bildungsstandort auch für die Region. „Wir setzen als Schulträger jeden Euro der Millionen-Investitionen in den kommenden Jahren dafür ein, dass unsere Schulen nicht nur baulich, sondern auch konzeptionell fit für die Zukunft gemacht werden können. Und dazu zählen insbesondere Ganztagsangebote und Inklusion, die Möglichkeit der Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen. Aber auch die technologische Zukunftsfähigkeit unserer Schulen gehört heute zum Standard baulicher Investitionen. Was wir für die Zukunft brauchen, ist endlich eine unterstützende und ideologiefreie Schulpolitik des Landes Hessen“, so die Hanauer Sozialdemokraten abschließend.

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