Soforthilfe nach Vergewaltigung „Ein wertvoller Schritt für die von Gewalt Betroffene“

„Wir begrüßen das Projekt „Soforthilfe nach Vergewaltigung“ im Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau ausdrücklich“, stellen die SPD Fraktionsvorsitzende Cornelia Gasche und ihre Kollegin Christina Gimplinger fest. „Es kann dazu beitragen, dass Betroffene sich unmittelbar einer medizinischen Versorgung unterziehen – auch wenn sie nicht unmittelbar Anzeige erstatten wollen“. Das Projekt, das im Sommer im Klinikum Hanau und den Main-Kinzig-Kliniken starten wird, soll Hemmschwellen abbauen und es den Betroffenen aber vor allem ermöglichen, auch zu einem späteren Zeitpunkt noch Anzeige erstatten zu können.

„Opfer sexueller Gewalt suchen oft deshalb keine Hilfe, weil sie glauben, dann auch unmittelbar Anzeige erstatten zu müssen,“ stellen der sozialpolitische Sprecher der Hanauer SPD, Amin Jebabli, und Christina Gimplinger, Mitglied des Aufsichtsrates für das Klinikum Hanau fest. Die Opfer stünden meist unter Schock und seien sich nach der Tat nicht unmittelbar darüber im Klaren, ob sie diesen Schritt tatsächlich gehen wollen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Sie liegen zum einen darin, dass sexuelle Gewalt häufig von Bekannten oder Verwandten ausgeübt wird, zum anderen möchte sich nicht jede Betroffene der Befragung durch Polizei und Gericht aussetzen.

Hier setzt das Projekt an: Betroffene können sich im Krankenhaus behandeln lassen und erhalten dort Beratung und psychosoziale Unterstützung. Vor allem werden aber körperliche Befunde erhoben und gesichert. Die Entscheidung darüber, ob sie Anzeige erstatten oder nicht, liegt ganz bei ihnen. Durch die Befunderhebung und die Sicherung von Spuren, werden die Beweise der Vergewaltigung für eine eventuelle spätere Anzeige sichergestellt. Die gesicherten Spuren und die Befunderhebung werden ein Jahr aufbewahrt. „Diese Möglichkeit nimmt den von Gewalt betroffenen Opfern den Druck, sie sichert aber vor allem wichtige und häufig entscheidende Beweismittel für eine spätere Prozessaufnahme, die ansonsten nicht mehr zurückholbar verloren wären“, unterstreicht Cornelia Gasche.

Gasche, Gimplinger und Jebabli appellieren an alle Betroffenen, sich nicht aus falscher Scham zu verstecken, sondern sich Hilfe und Rat bei den kompetenten Beratungsstellen zu holen. Eine gerichtliche Verfolgung ist der eine Weg, die psychosoziale Verarbeitung ist aber der sehr viel maßgeblichere und für das weitere Leben entscheidende Prozess, unterstreicht Gasche.

„Eine wichtige Initiative für Menschen – es sind weit überwiegend Frauen-, die sich in einer absoluten Ausnahmesituation, befinden“, so die Vertreter/innen der SPD-Stadtverordneten-fraktion.

SPD Hanau SPD Hanau
×
Menü